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SOS – Schnelle Hilfe

Wie verhalte ich mich nach einer chirurgischen Behandlung oder einer Wurzelkanalbehandlung? Was soll ich tun, wenn sich mein Provisorium löst? Antworten auf einige dieser akuten Fragen erhalten Sie durch Anklicken des jeweiligen Links.

  • Nach einem chirurgischen Eingriff
  • Nach einer Wurzelkanalbehandlung
  • Verlust oder Lockerung eines Provisoriums
  • Druckstelle
  • Unfall mit Verletzung oder Lockerung eines Zahnes

Nach einem chirurgischen Eingriff

Um Schwellungen vorzubeugen, ist nach einem chirurgischen Eingriff Kühlung besonders wichtig. Verwenden Sie dazu am besten wieder verwendbare Kühlpackungen für das Eisfach. Legen Sie die Kühlpackungen jedoch nie direkt auf die Haut, sondern stecken sie diese z.B. in einen Waschlappen.

Eventuell haben Sie nach dem Eingriff Schwierigkeiten bzw. Schmerzen bei der Mundöffnung bzw. beim Kauen. Essen Sie während dieser Zeit bevorzugt weiche Kost, wie z.B. Suppe. Vermeiden Sie jedoch saure, scharfe oder sehr heiße Nahrungsmittel, da diese die Wunde reizen können.

Schmerzen im Wundbereich sind nach einem chirurgischen Eingriff normal. Sie erhalten von uns selbstverständlich ein Rezept für ein Schmerzmittel, das Sie bei starken Schmerzen in der verordneten Menge einnehmen. Verwenden Sie nach Möglichkeit kein Aspirin. Aspirin wirkt blutverdünnend und fördert daher das Risiko für Nachblutungen. Nach spätestens 3-5 Tagen sollten die Schmerzen deutlich nachlassen. Ist dies nicht der Fall, kommen Sie bitte zu Kontrolle in unsere Praxis.

Leichte Nachblutungen bzw. blutiger Speichel sind nach einem chirurgischen Eingriff ebenfalls normal. Kommt es zu starken oder länger anhaltenden Nachblutungen, suchen Sie bitte unverzüglich unsere Praxis auf!

Verzichten Sie bitte während der ersten Tage auf Alkohol (insbesondere wenn Sie Schmerzmittel nehmen) und auf Nikotin, da dadurch die Wundheilung verlangsamt wird. Ebenso verzichten sollten Sie während der ersten Tage auf Sport, Sauna oder Solarium. Dadurch wird die Durchblutung gesteigert und somit die Schwellung gefördert.

Reinigen Sie bitte Ihre Zähne nach einem chirurgischen Eingriff wie gewohnt. Sie sollten lediglich die Wundstelle aussparen, da die Wunde durch die Zahnbürste gereizt werden könnte. Ggf. können Sie unterstützend eine antibakterielle und wundheilungsfördernde Mund­spülung verwenden, z.B. Chlorhexamed.

Nach einer Wurzelkanalbehandlung

Nach einer Wurzelbehandlung können Schmerzen auftreten, die normalerweise einige Stunden, manchmal aber auch einige Tage anhalten. Wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum nicht abklingen (2 bis 3 Tage), suchen Sie bitte unsere Praxis auf. Auch bei nicht abklingenden bzw. plötzlich auftretenden Schwellungen sollten Sie uns umgehend kontaktieren.

War der Zahn sehr schmerzhaft bzw. entzündet, ist es vor der eigentlichen Wurzelfüllung nötig, die Entzündung durch (ggf. mehrfaches) Einbringen eines Medikaments einzudämmen. Während dieses Zeitraums sind Schmerzen bis zum Abklingen der Entzündung nicht zu vermeiden. Sie erhalten von uns in diesem Fall ein Schmerzmittel, das Sie bitte wie verordnet einnehmen. 

Sollten wir Ihnen zur vollständigen Beseitigung der bakteriellen Infektion zusätzlich ein Antibiotikum verschreiben, nehmen Sie dieses bitte nach Verordnung und brechen Sie die Einnahme nicht verfrüht ab. Setzen Sie sich bitte sofort mit uns in Verbindung, wenn Sie Nebenwirkungen des Antibiotikums, wie eine allergische Reaktion beobachten. 

Bevor die endgültige Wurzelfüllung gelegt wird, wird der Zahn meistens mit einer provisorischen Füllung verschlossen. Lösen sich größere Stücke, kommen Sie bitte zur Erneuerung der Füllung bei uns vorbei. Andernfalls können erneut Bakterien in die Wurzel eindringen und die Heilung so verzögern.

Verlust oder Lockerung eines Provisoriums

Sollte sich ein Provisorium lockern bzw. lösen, und Sie können nicht zur Wiederbefestigung in die Praxis kommen, können Sie sich vorübergehend mit einigen Tricks behelfen. Füllen Sie etwas fluoridhaltige Zahnpasta in das Provisorium und setzen Sie es zurück auf den Zahn. Die zähflüssige Zahnpasta hält das Provisorium vorübergehend und schützt außerdem die Zahnsubstanz. Wiederholen Sie den Vorgang ggf. von Zeit zu Zeit. Alternativ können Sie zur Befestigung auch einen zuckerfreien Kaugummi verwenden.

Druckstelle

Besonders in der Eingewöhnungszeit ist es möglich, dass heraus­nehmbarer Zahnersatz eine Druckstelle an der Mundschleimhaut verursacht. Kommen Sie in diesem Fall so bald wie möglich in die Praxis, damit wir die störende Stelle entfernen können. Tragen Sie in der Zwischenzeit Ihren Zahnersatz bitte trotzdem so viel Sie können, damit wir die störende Stelle sofort erkennen. Sollte die Druckstelle zu große Schmerzen verursachen, verzichten Sie natürlich vorübergehend auf Ihren Zahnersatz. Sie können die betroffene Stelle zur Schmerzlinderung außerdem mit Kamistad®-Gel oder Solcoseryl®-Salbe behandeln. Sie erhalten beide Mittel rezeptfrei in der Apotheke.

Unfall mit Verletzung oder Verlust eines Zahnes

Generell sollten Sie nach einem Unfall, bei dem Sie Verletzungen im Gesichts- bzw. Mundbereich davongetragen haben, eine eventuelle Verletzung der Zähne bzw. des Zahnhalteapparates abklären lassen. Verletzungen, die unterhalb des Zahnfleisches liegen, lassen sich oft nur auf Röntgenbildern erkennen.

Bricht bei einem Unfall ein Zahn ab oder wird komplett aus seinem Zahnfach ausgeschlagen, kann er bei richtigem Vorgehen von uns wieder an seine Stelle gesetzt werden. Ein paar Dinge sollten Sie in jedem Fall beachten:

Reinigung
Auf der Zahnwurzel sitzen Zellen der Wurzelhaut, die den Zahn erneut „festwachsen“ lassen können. Reinigen Sie den Zahn bzw. das Bruchstück daher auf keinen Fall, da Sie diese Zellen sonst beschädigen könnten. Berühren Sie einen ausgeschlagenen Zahn daher auch nicht an seiner Wurzel, sondern nur an der Zahnkrone. 

Zeit
Die Zeit ist ein weiterer wichtiger Faktor. Je schneller ein Zahn wieder in sein Zahnfach gesetzt wird, desto größer sind seine Überlebenschancen. Sie sollten also so schnell wie möglich eine Zahnarztpraxis bzw. den zahnärztlichen Notdienst aufsuchen.

Transport - Dentosafe® 
Der Dentosafe® ist eine eigens entwickelte Zahnrettungsbox, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Die Box enthält eine spezielle Nährlösung, die die Zellen der Wurzelhaut für bis zu 24 Stunden am Leben erhalten kann. Der Zahn sollte jedoch spätestens nach 30 Minuten in den Dentosafe® gelegt werden.

Transport - Alternativen 
Haben Sie keinen Dentosafe® zur Hand, so können Sie den Zahn im Mund unter der Zunge „lagern“, bis Sie beim Zahnarzt ankommen. Sollte auch das nicht möglich sein, legen Sie den Zahn in Milch. Wasser ist mit Abstand die schlechteste Alternative.

Bei richtiger Lagerung und zeitnahem Wiedereinsetzen, haben ausgeschlagene Zähne eine durchaus gute Prognose erneut fest­zuwachsen. Bis das geschehen ist, wird der Zahn durch eine Schienung stabilisiert. Der Zahn wird entweder vor dem Wiedereinsetzen oder nach der Einheilung wurzelbehandelt, da der Zahnnerv abgestorben ist.

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